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Machbarkeitsstudie Naturfluß

Die Natur- und Umweltverbände sind aus dem sogenannten Flussdialog ausgestiegen und halten die aktuelle online-Befragung von BürgerInnen einzelner Salzachanrainergemeinden für keine angemessene Form der Bürgerbeteiligung. Die NGOs haben nun ihrerseits eine konkrete Machbarkeitsstudie für Renaturierung der Unteren Salzach in Auftrag gegeben.
Weitere Details siehe beigefügte Medieninformation.
PM Machbarkeitsstudie 15.01.2013 [671 KB]

Naturfluss Salzach



Diese Jahr wird zum Schicksalsjahr für die Salzach: Staustufen oder Naturfluss

Die Salzach muss wieder ein Naturfluss werden“ ist die klare Forderung der Naturschutzverbände an der Salzach, wie heute der Landesvorsitzendes des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) und der Landesvorsitzende des Naturschutzbund Salzburg Hans Kutil dargestellt haben. „Diese Jahrhundertchance muss heuer endlich und endgültig ergriffen werden, die Staustufenplanungen müssen ein für alle mal vom Tisch.“
PM Naturfluß Salzach [947 KB]

PM vom 25.01.2012

Baustelleneinrichtung

Bereits beim Bau werden wertvplle Auwaldflächen zurstört!

Naturschutzbund fordert: an Sanierung und Aufweitung der unteren Salzach ohne Kraftwerke gemäß internationalen Verträgen festhalten – den Nachkommen letzte Reste unverbauter Flusslandschaften erhalten
In Österreich werden bereits 70 Prozent der Flussstrecken zur Stromerzeugung genutzt (Beilage). Der Naturschutzbund erhebt daher den eindringlichen Appell, sicherzustellen, dass die nachkommenden Generationen wenigstens letzte Restbestände unverbauter Flusslandschaften erleben können. Flüsse sind die Lebensadern unserer Landschaft. Sie sind wertvolle Lebensräume und schützen unverbaut besser vor Hochwasser als die teuersten Schutzbauten.
Entgegen den Schalmeientönen der Energiewirtschaft zugunsten der „grünen Wasserkraft“ können weitere Flusskraftwerke die Klimakrise nicht lösen. Sie sind vergleichsweise so, als würde die Feuerwehr mit Wasserpistolen zu Großbränden ausrücken. Der ökonomische Nutzen steht in keinem Verhältnis zum ökologischen Schaden. Sogar die EU rät Österreich dazu, anstelle neuer Kraftwerksbauten zunächst die bestehenden Anlagen zu modernisieren und zu optimieren.
Die geplanten Kraftwerke rentieren sich derzeit nur durch die in Österreich überhöhten Strompreise. Die Salzburg AG hat bekanntlich auf die Staustufe Werfen lange verzichtet. Erst als der Strompreis durch neue Förderungsrichtlinien „passte“ wurde diese Staustufe der Kraftwerkskette Mittlere Salzach gebaut. Diese Kraftwerkskette wurde übrigens mit Zustimmung der Umweltanwaltschaft errichtet, weil Naturschützer eben keine Neinsager sind, wie das von manchen behauptet wird.
Diese Flusskraftwerke werden spätestens dann wirtschaftlich nicht mehr rentabel sein, wenn die Hybridkraftwerke serienreif sind (Beilage). Hybridkraftwerke gewinnen Strom aus Windkraft und Sonne und können die erzeugte Energie durch Elektrolyse als Wasserstoff speichern. Scheint keine Sonne und weht kein Wind, dann werden bei Bedarf mit diesem Wasserstoff Generatoren betrieben und dadurch Strom erzeugt und zusätzlich die entstehende Wärme für Heizzwecke genutzt. Auch Methan aus Biogasanlagen kann verwendet werden. Das ist die Zukunft der dezentralen Energieversorgung!
Geschichtlich sei daran erinnert, dass es keine Geringeren waren als die keinesfalls wirtschaftsfeindlichen Politiker Landeshauptmann Wilfried Haslauer Senior und Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß, die die untere Salzach zur Tabu-Zone erklärten. Jetzt geht es darum, diese fantastischen Auen zu renaturieren und damit zu einem Vorzeigeprojekt für ganz Mitteleuropa zu machen. Der Naturschutzbund appelliert daher, an diesem Zukunftsprojekt festzuhalten und auf weitere Kraftwerke zu verzichten.
Grundsätzlich tritt der Naturschutzbund dafür ein, die Energiesparbemühungen ernsthaft und ehrlich voranzutreiben. Derzeit geschieht das nicht, weil immer neue Verbraucher propagiert werden, wie das Elektrofahrrad und das Elektroauto. Wenn so weitergemacht wird, wie bisher, so würden wir nach Aussagen des früheren Vorstandsvorsitzenden der Verbund AG, Michael Pistauer, binnen weniger Jahre die Kraftwerkskette an der Donau ein zweites Mal brauchen!

Hans Kutil, Landesvorsitzender Salzburg ÖNB
25.Januar 2012

Offener Brief

Herrn
Bundesminister
Dipl.-Ing. Niki Berlakovich
BMLFUW
Stubenring 1
1012 WienSalzburg / Freilassing, 30. 8. 2011

Offener Brief

Forderung an das Lebensministerium: Sanierung der Salzach ist fortzusetzen



Sehr geehrter Herr Minister Dipl.-Ing. Berlakovich!

Mit größter Verwunderung haben wir Ihre Mitteilung heute im ORF zur Kenntnis genommen, dass der Bund die Sanierung der Unteren Salzach absage, und Sie sich jetzt offiziell von dem salzburgisch-bayerischen Großprojekt der Aufweitung der Unteren Salzach bei Acharting (Flachgau) verabschieden, da diese nicht notwendig sei.

Richtig an Ihren Aussagen mag sein, dass der Bau einer weiteren aufgelösten Rampe bei Acharting – aufgrund der neueren wasserbautechnischen Erkenntnisse und der Wirkung der Rampe bei FKm 59,1 südlich von Oberndorf/Laufen – nicht mehr nötig ist. Das ist grundsätzlich – zumindest aus ökologischer Sicht – erfreulich. Außer Streit stehen sollte aber weiterhin, dass das Konzept der Salzachsanierung – insbesondere die angestrebte Flussbettaufweitung, welche jahr(zehnt)elang projektiert wurde und wofür bereits viele Millionen Euro investiert wurden, plangemäß fortgeführt wird.

Die Salzachsanierung ist kein x-beliebiges Projekt, das einfach fallen gelassen werden darf. Vielmehr ist die Sanierung und Renaturierung der Unteren Salzach ein grenzüberschreitendes Vorzeigeprojekt von europaweitem Interesse. Das Sanierungsprojekt hat ein mehrere Jahre dauerndes, grenzüberschreitendes Raumordnungsverfahren durchlaufen und ist dementsprechend fortzuführen. Alle flussbaulichen Aktivitäten an der Grenzstrecke unterliegen überdies einem Staatsvertrag, dem Regensburger Vertrag, und sind daher mit dem Vertragspartner Deutschland bzw. Bayern abzustimmen.

Ihre Intention, sehr geehrter Herr Minister, wonach man gerade in Sparzeiten Steuergeld sinnvoll einsetzen müsse, ist lobenswert, Ihre Argumentation, dass es bei dem Projekt um 25 bis 35 Millionen gehe, ist aber – je nach betrachtetem Detailprojekt – nicht korrekt. Diese Summe käme nur zustande, wenn das geplante Rampenprojekt bei FKm 55,4 umgesetzt und zudem die großflächige Ablöse für den Auwald und das Wildgehege des Grundeigentümers Mayr Melnhof bezahlt würde. Das ist zwar ökologisch wünschenswert, aber für die vordringlich anstehende Salzachsanierung nicht unbedingt in dieser Dimension erforderlich. Bei einer bloßen Flussaufweitungsvariante würde – je nach beanspruchter Grundfläche – nur ein Bruchteil der Kosten anfallen. Im Falle einer Aufweitung des Flussbettes der Salzach leistet diese in weiterer Folge selbst einen Gutteil der Arbeit und trägt so auch zu einer Minimierung der Sanierungskosten bei.

Zu den ökologischen Vorteilen der gewünschten Flussbettaufweitung gesellen sich auch handfeste wasserbautechnische Vorteile. Die Untere Salzach leidet nach wie vor an Geschiebemangel aus dem Mittellauf. Frühere Schotterentnahmen und Kraftwerke haben den Geschiebetrieb beeinträchtigt. Das trug zur Eintiefung der Salzach – und zur aktuellen Misere – bei. Mit einer Flussbettaufweitung, bei der das seitlich abgelagerte Schottermaterial dem Fluss aktiv zugeführt wird oder es sich der Fluss (im begrenzten Umfang) bei Hochwasser selbst vom Ufer her holen kann, wird der ungewollten Eintiefung entgegen gewirkt und die Salzachsohle weiter angehoben.

Die Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach und der Naturschutzbund Salzburg verlangen daher – insbesondere auch im Lichte der erfreulichen Erkenntnisse der Wasserbaufachleute des Bundesamts für Wasserwirtschaft – dass die weitere Sanierung der Salzach mit Flussbettaufweitungen fortgesetzt wird. Dies entspricht auch den Erfordernissen gemäß Wasserrahmenlichtlinie und Nationalem Gewässerbewirtschaftungsplan zur Wiederherstellung des guten ökologischen Zustandes.

Das Lebensministerium darf sich jedenfalls nicht aus der Verantwortung stehlen, sondern ist gefordert, die nationalen und internationalen Verpflichtungen einzuhalten und sollte dabei überdies eine Vorbildfunktion an den Tag legen.

In diesem Sinne ersuchen wir Sie, sehr geehrter Herr Minister Berlakovich, Ihre Meinung zur Salzachsanierung zu überdenken. Wir erlauben uns außerdem um einen baldigen Gesprächstermin zur Thematik der grenzüberschreitenden Salzachsanierung zu ersuchen.

Dabei sollten möglichst auch Gerüchte, wonach das Lebensministerium – selbst relativ unrentablen – Kraftwerken an der Unteren Salzach nicht abgeneigt wäre, um dem Bund allfällige Kosten für die Salzachsanierung zu sparen und sie auf den jeweiligen Kraftwerksbetreiber zu überwälzen, aus der Welt geschafft werden können.

Wir wünschen uns jedenfalls von einem zukunftsorientierten Umweltminister, dass er nicht als Verhinderer des visionären Projektes der Salzachsanierung fungiert sondern dieses bestmöglich mitträgt und unterstützt.

Mit freundlichen Grüßen
Hans Kutil Erich Prechtl e.h. Dr. Hannes Augustin
Landesvorsitzender Sprecher der ALS Sprecher der ALS
Naturschutzbund Salzburg Bayern/Deutschland Salzburg/Österreich



P.S.: Die Grenzüberschreitende „Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach“ (ALS) mit namhaften Verbänden aus Bayern und Österreich bemüht sich seit dem Jahr 1987 um die Renaturierung der Salzach und ihrer Auen. Die mittlerweile umfassenden Planungen zur Salzachsanierung gehen wesentlich auf die Initiativen der ALS zurück.

Memorandum Europäisches Naturerbe Freie Salzach

Kurzfristig hat sich am 04.Mai 2012 in Salzburg ein Treffen von Vertretern der Umweltbewegung mit dem Österreichischen Umweltminister DI Niki Berlakovich ergeben. Dabei wurde ihm ein MEMORANDUM für die Salzach überreicht.

Vertreter von Umweltorganisationen (Wolfgang Wiener, Umweltanwalt Salzburg; Hans Kutil, Landesvorsitzender Naturschutzbund Salzburg; Erich Prechtl, Sprecher der Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach - Bayern; Hannes Augustin, Sprecher der Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach - Salzburg) haben beim Umweltminister - der neben der Umwelt auch für den Flussbau zuständig ist - auf die Fortsetzung der begonnenen, vorbildlichen Salzachsanierung gedrungen und insbesondere für den Erhalt der frei fließenden Salzach als Europäisches Naturerbe geworben. Auch Landesrat Sepp Eisl, zuständig für Naturschutz und Wasserbau im Land Salzburg, war bei dem Gespräch zugegen und wurde an nötige Weichenstellungen für eine naturnahe Sanierung der Salzach erinnert.
memorandumsalzachsanierung.pdf [81 KB]

Salzachvorttrag bei der BN Ortstruppe Laufen

Pressebericht zum Salzachvortrag bei der Jahreshauptversammlung der BN Ortsgruppe Laufen am 29.03.2012.

Vortrag zur Situation des Fischbestandes

Pressemitteilung zum Vortrag von Gerhard Auer zur Situation der Fischbastände in der Salzach vom 26.03.12 Südostbayerische Rundschau
pmauertittmoningsor201203.pdf [439 KB]

PM 18.08 2011

Sanierung der Salzach fortsetzen
Vorrang für frei fließende Salzach
Aufgelöste Rampe südlich Oberndorf wirkt positiv
Geplante Flussaufweitung trotzdem notwendig
Die Untere Salzach braucht weiteres Geschiebe



Freilassing/Salzburg:
Die Grenzüberschreitende „Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach“ (ALS) mit namhaften Verbänden aus Bayern und Österreich bemüht sich seit dem Jahr 1987 um die Renaturierung der Salzach und ihrer Auen. Wasserbauexperten und Ökologen arbeiten seit langem am zukunftsweisenden Konzept zur Sanierung der Unteren Salzach und haben erste Maßnahmen dieses Vorbildprojekts erfolgreich umgesetzt.

Wie eine aktuelle Expertise des Bundesamtes für Wasserwirtschaft (Institut für Wasserbau und hydrometrische Prüfung) in Wien zeigt, wirkt die südlich von Oberndorf/Laufen errichtete aufgelöste Rampe bei Flusskilometer 51,9 offenbar besser als erwartet. Aus schutzwasserbautechnischer Sicht kann nun sogar auf die zweite bei Anthering (FKm 55,4) geplante Rampe verzichtet werden.

Salzachaufweitung ökologisch unverzichtbar
Aus ökologischer Sicht sind aber dennoch weitere Maßnahmen, die im Konzept der Sanierung Untere Salzach erarbeitet wurden, umzusetzen. Konkret geht es dabei um die geplanten Flussaufweitungen. Im Raum Oberndorf wurden damit schon gute Erfahrungen gemacht: die „weichen“ Ufer statt der harten Versteinung tragen nicht nur zu einer besseren Vernetzung von Fluss und Aue bei, sie bieten auch Tieren und Pflanzen einen neuen Lebensraum, und schließlich kommt auch der Mensch so näher an den Fluss heran und kann diesen wieder erleben.

Geschiebedefizit weiter vermindern - auch wasserbaulich sinnvoll
Zu den ökologischen Vorteilen der Flussbettaufweitung gesellen sich aber auch handfeste wasserbautechnische Vorteile. Die Untere Salzach leidet nach wie vor an Geschiebemangel aus dem Mittellauf. Frühere Schotterentnahmen und Kraftwerke haben den Geschiebetrieb beeinträchtigt. Das trug zur Eintiefung der Salzach bei. Mit einer Flussaufweitung, bei der das seitlich abgelagerte Schottermaterial dem Fluss aktiv zugeführt wird oder es sich der Fluss (im begrenzten Umfang) bei Hochwasser selbst vom Ufer her holen kann, wird der ungewollten Eintiefung entgegen gewirkt und die Salzachsohle weiter angehoben.

Die Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach und der Naturschutzbund Salzburg verlangen daher – insbesondere auch im Lichte der erfreulichen Erkenntnisse der Wasserbaufachleute – dass die weitere Sanierung der Salzach mit Flussaufweitungen fortgesetzt wird. Dies entspricht auch den Erfordernissen gemäß Wasserrahmenlichtlinie und Nationalem Gewässerbewirtschaftungsplan zur Wiederherstellung des guten ökologischen Zustandes.

Salzburg / Freilassing, 18. 08. 2011
Rückfragen an:
Hans Kutil, Vorsitzender Naturschutzbund Salzburg, (0049) 0664 / 300 66 99
Erich Prechtl, Sprecher der ALS, Freilassing, (0049) 08654/61198
Hannes Augustin, Sprecher der ALS, Salzburg (0043) 0662/642909-11

PM 03.02.2010

Vorrang für den Schutz der frei fließenden Salzach
Aktionsgemeinschaft sieht keine Möglichkeit für Kraftwerke


Freilassing/Salzburg: Die Grenzüberschreitende „Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach“ (ALS) bemüht sich seit dem Jahr 1987 um die Renaturierung der Salzach und ihrer Auen. Naturschützern, Fischern und Kanuten aller namhaften Verbände aus Bayern und Österreich ist dies ein gemeinsames Anliegen. Die bisher vorliegenden Pläne zur Sanierung der Salzach finden die volle Zustimmung der Mitgliedsorganisationen in der ALS. Neuerdings diskutierte Überlegungen für die Nutzung der Wasserkraft an der Salzach sind nach Überzeugung der ALS mit der zukünftigen Entwicklung des Flusses nicht vereinbar.

Schutzwürdigkeit der Auenlandschaft

Die Salzach ist der letzte Voralpenfluss nördlich der Alpen, der auf über 60 Km Länge nicht von Staustufen unterbrochen ist. Das freie Fließkontinuum ist daher das höchste Schutzgut des Flusses. Mit seinen begleitenden Auen ist der Lebensraum Salzach Teil eines länderübergreifenden Biotop-Verbundsystems von europäischer Bedeutung, das den Alpenraum mit dem Donauraum verbindet. Die reichliche Zufuhr von Nährstoffen bei Hochwässern sowie das Vorhandensein vieler Kleinbiotope bedingt in derartigen Ökosystemen eine ungeheuere Vielfalt an Pflanzen und Tieren, wie wir sie in Mitteleuropa sonst nicht mehr finden. Seit Ende des vorletzten Jahrhunderts wurden viele Auwälder durch Kraftwerksbauten, Umforstungen und Schottergewinnung systematisch zerstört. Dieses Schicksal wurde durch die permanente Hochwassergefahr den Salzachauen weitgehend erspart. So sind die Auen auch heute noch bedeutende Oasen für bedrohte Tiere und Pflanzen. Als Landschaft mit hohem Erholungswert haben die Auen einen unschätzbaren Wert für die Menschen.

Positives Zukunftspotential

Durch die fortschreitende Eintiefung der Salzachsohle wurde bereits vor 20 Jahren der wasserbauliche Handlungsbedarf erkannt. Der Bayerische Landtag und die Salzburger Landesregierung fassten daraufhin entsprechende Beschlüsse, die die Revitalisierung der Flusslandschaft zum Ziel haben. Über 10 Jahre dauerte bei der „Wasserwirtschaftlichen Rahmenuntersuchung Salzach“ (WRS) die Bestandsaufnahme des „Inventars“ in Fluss und Aue. Dabei wurde die großartige Artenvielfalt festgestellt und das positive Zukunftspotential für eine erfolgreiche Revitalisierung bestätigt. Als Leitbild für die Sanierung des Lebensraumes Salzach wurde von den Experten die ursprüngliche Salzach vor der Begradigung um 1817 festgelegt.

Trendwende im Wasserbau

Ziele des Wasserbaues bei diesem Großprojekt sind die Stabilisierung der Gewässersohle und der Hochwasserschutz. Dabei werden aber auch die ökologischen Aspekte weitgehend berücksichtigt. Für diese Aufgabe wurden völlig neue Wasserbaumethoden an verschiedenen Instituten entwickelt. Die „Weichen Ufer“ und die „Aufgelösten Rampen“ sind zwei der neuen Bausteine für die Sanierung des Flusses. Am augenfälligsten werden die „Weichen Ufer“ in Erscheinung treten. Hier wird Abschnittsweise die alte Uferverbauung entfernt, damit sich die Salzach im begrenzten Umfang den Schotter für die Sohlstabilisierung selber vom Ufer holen kann. Dadurch wird auch die Vernetzung von Fluss und Aue wesentlich verbessert. Die kleine Salzach und der Reitbach nahe Oberndorf können an den Hauptfluss wieder angebunden werden. Alle Maßnahmen des modernen Wasserbaus an der Salzach sind genau aufeinander abgestimmt und müssen gemeinsam, zeitnah umgesetzt werden. Insgesamt handelt es sich um ein sehr naturnahes Sanierungskonzept bei dem die Dynamik des Flusses im Fordergrund steht. Die einzelnen Bausteine sind darauf abgestimmt. So können die „Aufgelösten Rampen“ nach erfolgter Sohlstabilisierung auch wieder teilweise oder auch ganz zurückgebaut werden.

Flüsse auf der Roten Liste

Der hohe Ausbaugrad der Wasserkraft in Bayern von über 90 Prozent hat den Lebensraum naturnaher Fließgewässer an den Rand des Aussterbens gebracht. Fische und andere Gewässerorganismen die ihre Lebensweise an das strömende Wasser angepasst haben sind größtenteils gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Sie bevölkern daher überwiegend die „Roten Listen“ und nicht mehr unsere gestauten Flüsse. Die Fließgewässer haben nach Überzeugung der Naturschützer ihren Anteil an der Stromversorgung schon lange erbracht. Steigerungsraten sehen sie nur in der Modernisierung des teilweise veralteten Kraftwerkbestandes. Gerade in Zeiten des höchsten Energiebedarfes, in den Wintermonaten, führen alpin geprägte Flüsse zu wenig Wasser für eine gesicherte Stromversorgung. Andere Kraftwerkstypen müssen dann dieses Defizit ausgleichen. Die geringe Stromausbeute der neuerdings diskutierten Kraftwerkswünsche an der Salzach stünden in keinem Verhältnis zur ökologischen Schädigung des Lebensraumes Salzach. Die größten Energiereserven sehen die Umweltschützer in der Erhöhung der Wirkungsgrade und im effizienten und sparsamen Energieeinsatz. Bayern und Österreich gehören immer noch zu den reichsten Ländern Europas und sollten sich daher auch noch einige frei fliesende Flüsse für unsere nachfolgenden Generationen leisten können.
Freilassing/Salzburg den 03.02.2010

Erich Prechtl / Dr. Hannes Augustin

AG Bayerische Flußallianzen gegründet

Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach Gründungsmitglied
Die bayerische Staatsregierung setzt darauf, die Stromerzeugung aus Wasserkraft auszuweiten. Neue Wasserkraftwerke sollen gebaut werden. Dagegen formiert sich der Widerstand der Naturschützer, Fischer, Kanuten und vieler mehr. Dazu hat sich nun am 12. Mai in Neuburg an der Donau die „Arbeitsgemeinschaft Bayerische Fluss-Allianzen“ gegründet. Als Sprecher wurden Dr. Josef Paukner von der Donau-Naab-Regen- Allianz und Claire Tranter von der Ammer-Allianz gewählt. Regionale Netzwerke aus ganz Bayern sind in der Arbeitsgemeinschaft vertreten, darunter auch die Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach (ALS). In einer gemeinsamen Erklärung wenden sich Naturschützer, Fischer und Kanuten deutlich gegen den Bau neuer Stauwehre und Wasserkraftwerke an unseren Flüssen da diese Bauwerke weitere massive nachhaltige Schädigungen unserer Flüsse verursachen würden.
pmallianzenwasserkraft2.pdf [301 KB]







25 Jahre Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach

Plättenfahrt zum Jubiläum auf der Salazch von Tittmoning nach Raitenhaslach

25 Jahre Engagement für das Europäische Naturerbe Salzach

Vor 25 Jahren, am 03. Juni 1987 schlossen sich rund 30 bayerische und österreichische Vereine und Verbände in Laufen an der Salzach zur „Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach“ zusammen. Die Zukunft der Salzach – Renaturierung eines Lebensraumes, so lautete das Programm, mit dem die ALS 1987 einen Stein ins Rollen brachte. Detaillierte Untersuchungen der Salzach und aufwändige Planungen wurden seither von der Republik Österreich, den Ländern Salzburg und Oberösterreich und dem Freistaat Bayern in Auftrag gegeben.
Pressemitteilung 25 Jahre ALS [556 KB]
Bilanz 25 Jahre ALS [75 KB]

Klares Foul am Gewässerschutz

Naturschutzverbände zeigen dem Entwurf eines Wasserkraft-Erlasses des bayerischen Umweltministeriums die Gelbe Karte

Auf massive Kritik der Verbände Bund Naturschutz, Landesfischereiverband Bayern, Landesbund für Vogelschutz und der Arbeitsgemeinschaft Bayerische Flussallianzen stößt der Entwurf der „Vollzugsbekanntmachung Wasserkraft“ des Bayerischen Umweltministeriums.
„Die Bekanntmachung stellt einen Frontalangriff auf die letzten freifließenden Gewässerstrecken in Bayern dar“, so die Vertreter der Naturschutzverbände.

mehr:
PM Klares Foul am Gewässerschutz [75 KB]

Flussdialog untere Salazch

Chancengleichheit muss hergestellt werden

Ministerien tendenziös mit Schlagseite zu Kraftwerken

Am 23. Juli fand in Bergheim die Auftaktveranstaltung des sogenannten „Flussdialogs Untere Salzach“ statt, der vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, vom österreichischen Lebensministerium und vom Land Salzburg ins Leben gerufen wurde.

Die Auftaktveranstaltung hatte inhaltlich keinerlei Neuigkeiten zu bieten, aus den Reden der Auftraggeber war aber vor allem eines zu entnehmen: dass sie – insbesondere gemeint sind die beiden Ministerialvertreter Martin Grambow und Wilfried Schimon sowie ein EuRegio-Politiker in seiner wenig visionären Ansprache – Kraftwerkslösungen forcieren. Ins Treffen geführt wurde dabei die Ausbeute an regenerativer Energie aus der Salzach (die aber bei den angedachten Kraftwerken im Natura 2000-Gebiet minimal wäre) und vor allem das Kostenargument. Die Politik möchte gerne einen Teil der Sanierungs- und Renaturierungskosten auf die E-Wirtschaft abschieben.
PM Flussdialog untere Salazch [118 KB]

Naturschützer verlassen Scheindialog

Sanierung und Renaturierung der Unteren Salzach ist auf Basis bisheriger Planungen konsequent fortzusetzen
Bei dem am 18. September 2012 in der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen angesetzten sogenannten „Flussdialog Untere Salzach – Freilassinger Becken“, kam es zu deutlichen Dissonanzen.
Flußdialog Naturschützer steigen aus [866 KB]

Zeitschrift "Natur und Land" 3/2012 des ÖNB

In dieser Ausgabe wird der Themenchwerpunkt auf den Schutz der Flüsse und ihrer Auen in Österreich gelegt. Es werden dabei der Wert dieser artenreichen Lebensräume und Möglichkeiten zu Ihren Erhalt und Revitalisierung dargestellt. Im Focus steht dabei auch die Salzach.
Hier einige Ausüge:
NL 3/12 Auf zu weichen Ufern [352 KB]
NL 3/12 Abschied von den Salzachauen [268 KB]
NL 3/12 Naturfluss Salzach [404 KB]

Pressefahrt 11.10.11

Gruppenbild an der Salzach

Von limks: Dr. Hannes Augustin, Dr. Josef Heringer, Prof. DDr. Eberhard Stüber, Prof. Dr. Hubert Weiger, Prof. Dr. Roman Türk, Erich Prechtl

Schutz der frei fließenden Salzach
Alle großen Naturschutzverbände haben in einer Resolution einen konsequenten Schutz der Salzach gefordert. Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN), NATURSCHUTZBUND Österreich und die Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach (ALS) waren heute vor Ort:
Die untere Salzach ist der letzte freie ungestaute Alpenfluss
Bayerns und Österreichs. In den letzten Jahren wurde hier eine vorbildliche Renaturierung begonnen. „Hier bei Oberndorf sieht man eindrucksvoll, wie das Leben an der Salzach von den freien Ufern gewonnen hat. Gerade diese neugeschaffenen Lebensräume spielen eine eminente Rolle für die Biodiversität und die Funktionen der betroffenen Ökosysteme“, sagt der Präsident des NATURSCHUTZBUND Österreich, Univ. Prof. Dr. Roman Türk.
„Die Salzach ist ein international bedeutsamer Lebensraum und
ein europäisches Schutzgebiet Natura 2000. Dessen Schutz und
auch die Vorgaben der Alpenkonvention sind nicht vereinbar
mit einer Wasserkraftnutzung“, sind Prof. DDr. Eberhard Stüber
(Ehrenpräsident des NATURSCHUTZBUND Österreich und Konsulent
des Landes Salzburg) und die länderübergreifende Aktionsgemeinschaft
Lebensraum Salzach (ALS) überzeugt.
„Der Erfolg der derzeit laufenden Sanierung der Salzach würde
durch Wasserkraftwerke völlig unnötig aufs Spiel gesetzt. Die
Salzach darf nicht auf dem Altar eines vermeintlichen Klimaschutzes
geopfert werden. Die Energiewende ist auch ohne
Ausbau der Wasserkraft möglich.“, sagt Prof. Dr. Hubert Weiger,
der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern.
Gemeinsam fordern die Verbände für die Salzachsanierung im
Tittmoninger Becken die Realisierung der Variante „Aufweitung“
ohne Rampen. Die Erfahrungen mit der Sanierung im Freilassinger
Becken haben gezeigt, dass sogar dort auf die zweite
Rampe verzichtet werden kann.
Pressemitteilung vom 11.Okt.11 [77 KB]